28 Sep
Der Brauch der Taufmandeln: von Mandelkuchen bis Mandellikör
Erstellt unter Allgemein von Ronald | Keine KommentareGezuckerte und glasierte Mandeln kommen in vielen Taufbräuchen vor. Nach der Taufzeremonie verteilen die Taufpaten oder Kindeseltern kleine Beutelchen oder bunte Tüten mit Mandeln an ihre Gäste. Sie sollen ihre Dankbarkeit und Anerkennung ausdrücken, an diesen schönen Tag erinnern und die süßen aber zugleich auch harten Zeiten des Lebens symbolisieren. In einigen Ländern verteilt man aber statt gezuckerten Mandeln auch Mandelkuchen oder Mandelplätzchen, anderswo wiederum bereitet man Schnaps oder Likör aus Mandeln zu. Doch warum hat sich gerade die Mandel so tief und weit in die Traditionen verbreitet?
Der Mandelbaum wird vor allem wegen seiner frühen und wunderschönen Blüte auf der ganzen Welt bewundert. Er symbolisiert die Wiedergeburt und die Schönheit des Lebens. Die Früchte des Mandelbaumes sollen Kraft und Fruchtbarkeit bescheren. Deshalb legt man in einigen Ländern auch Mandeln unter die Matratzen der Neugeborenen, schenkt den Müttern Mandelmilch, damit ihre eigene Milchproduktion angeregt wird und sie schnell wieder zu Kräften kommen. Durch den hohen Energie- und Eisweißgehalt der Mandel liegt das durchaus nahe.
Dagegen haben die Mandeln unter den Kinderbettmatratzen eher einen symbolischen Charakter, sollten auch aus Sicherheitsgründen bald entfernt werden, damit sich die Mandel nicht plötzlich in den Händen und im Mund des Kleinkindes wiederfindet. Doch bisher ist noch kein Fall bekannt, dass ein Kind durch eine Mandel zu Schaden gekommen ist.
Auch in der Weihnachtszeit hat die Mandel einen festen Platz. Sie wird z. B. in Lebkuchen, Weihnachts-Stollen und vielen anderen Weihnachtsleckerein verbacken. Und auch, wenn man schnell noch eine Babyschaukel kaufen wollte als Weihnachtsgeschenk fürs Kind, muss man dennoch am Stand mit den gebrannten Mandeln innehalten, den verführerischen Duft genießen und sich erst einmal ein kleines Tütchen Mandeln kaufen.